Zwei Preisträger und zwei Anerkennungen beim Thüringer Landschaftsarchitekturpreis 2009

„Golden Gate“ in Jena und „Zeitspuren“ in Schmalkalden ausgezeichnet

Bildervorschau. Klicken Sie auf die Bilder zur Vergrößerung.

Preisträger:

Preisträger: "Golden Gate" - Parkeingang Jena-Paradies

Preisträger: Gestaltung Öffentlicher Räume in der Altstadt von Schmalkalden (Foto: Boris Storz, München)

Preisträger: Gestaltung Öffentlicher Räume in der Altstadt von Schmalkalden (Foto: Boris Storz, München)

Anerkennung: Hirschgarten Erfurt

Anerkennung: Hirschgarten Erfurt

Anerkennung: Entwicklungskonzept Talsperre Leinefelde-Birkungen

Anerkennung: Entwicklungskonzept Talsperre Leinefelde-Birkungen

Mit dem zum vierten Mal gemeinsam mit dem Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt (und zum fünften Mal insgesamt) ausgelobten Thüringer Landschaftsarchitekturpreis würdigt die Jury herausragende Planungsleistungen, die ästhetisch anspruchsvolle, innovative, ökologische und/oder zukunftsweisende Lösungen darstellen. Neben Objektplanungen konnten erstmalig auch frei- und stadtraumbezogene Rahmenplanungen oder Leitbildentwicklungen zu Kulturlandschaften prämiert werden.

Unter Vorsitz von Dr. Gabriele Seelemann, Dipl.-Ing. für Landschaftsarchitektur, Markkleeberg, kürte das Preisgericht unter den 16 eingereichten Arbeiten zwei Preisträger und sprach zwei Anerkennungen aus.

Gewinner des Thüringer Landschaftsarchitekturpreises 2009 sind die Arbeitsgemeinschaft aus Martin Hakiel, Bernhard König und der B.A.S. Kopperschmidt + Moczala GmbH aus Weimar für ihr Projekt „‚Golden Gate‘ – Parkeingang Jena-Paradies“ sowie das Planungsbüro terra.nova Landschaftsarchitektur aus München für die Gestaltung öffentlicher Räume in der Altstadt von Schmalkalden.

Kennzeichnend für das „Golden Gate“ ist eine „vergoldete“ Fernwärmetrasse. Laut Jury gelang es den Verfassern „auf provokant erfrischende Weise das Prinzip von ‚Garten‘ und ‚Paradies‘ sinnlich erlebbar zu machen“. Dass dazu die Transformation eines ungeliebten
technischen Alltagsgegenstandes in Form einer Vergoldung angewandt wird, vertiefe die Metaphorik der Grundidee, nämlich die Verwandlung von etwas Gewöhnlichem in das Besondere.

Geprägt von zwei städtebaulichen Entwicklungen, die sich im Stadtgrundriss auf differenzierte Weise widerspiegeln, ist die Altstadt von Schmalkalden. Diesem Umstand wurde unter anderem mittels einer Oberflächen-Textur aus zweierlei Materialien entsprochen. In der Beurteilung heißt es, „dass die Verfasser ... nicht das einheitliche Bild einer Epoche, sondern die qualitätsvolle Gesamterscheinung einer gewachsenen Stadt in den Vordergrund gestellt haben“ und sich somit „die sehr heterogenen Raumfolgen der Altstadt zu einem zusammengehörigen Kontinuum“ zusammenbinden.

Eine Anerkennung erhielt das Planungsbüro ATELIER LOIDL Landschaftsarchitekten und Stadtplaner PartG aus Berlin für die Neugestaltung des Hirschgartens in Erfurt, der mit seinen zwei eigenständigen Parkteilen überzeugte. Mit der Anerkennung für das Projekt Talsperre Leinefelde-Birkungen des Planungsbüros RoosGrünPLANUNG aus Denstedt bei Weimar honorierte das Preisgericht im Rahmen des Thüringer Landschaftsarchitekturpreises erstmals ein Entwicklungskonzept.

Alle Preise wurden am Abend des 17. September 2009 im Friederikenschlösschen in Bad Langensalza feierlich verliehen. Zuvor fand die Tagung „Mehr Raum für Freiräume – Lust oder Last?“ statt. Mehr hierzu lesen Sie in der November-Ausgabe des DAB.

Björn Radermacher

veröffentlicht: 21.09.2009 | DAB 2009/10 | AKT